Unterstützung für die persönliche berufliche Entwicklung: Weiterbildungsangebote an der Hochschule Fulda
Rosi Rohde und Denise Rothenberger, 29.04.2025
Hochschulabsolvent*innen, die zuvor eine Berufsausbildung absolviert haben, kennen das: Während man in einer Ausbildung direkt in die betrieblichen Abläufe integriert ist und Theorie und Praxis des Berufs gleichermaßen kennenlernt, überwiegt im Studium der theoretische Anteil. Am Ende einer Berufsausbildung hat man hingegen eine recht gute Vorstellung vom späteren Arbeitsalltag im erlernten Beruf. Demgegenüber eröffnet ein Studium ein breiteres Spektrum an Tätigkeitsfeldern mit ganz unterschiedlichen Anforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten – aber auch die Herausforderung, das theoretische Wissen in der Praxis anzuwenden. Gerade der Gesundheitsbereich ist derzeit von massiven Umwälzungen (z. B. Digitalisierung des Gesundheitswesens, Fachkräftemangel, neue Versorgungskonzepte und Telemedizin) geprägt und der Wunsch nach einer Veränderung zum Besseren hat gerade hier zu einigen neu geschaffenen Stellen geführt, die zum Teil ohne Vorbild sind und die es häufig erst auszugestalten gilt (z.B. Case Manager*in und Community Health Nurse).
Lebenslanges Lernen ist daher der Schlüssel zum beruflichen Erfolg. Im Rahmen einer Weiterbildung können genau die Kompetenzen erworben werden, die für die eigene konkrete berufliche Position benötigt werden.
Weiterbildung stärkt Kompetenz und Resilienz
Das Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) an der Hochschule Fulda bietet zielgerichtete Angebote für Fach- und Führungskräfte, die ihr Wissen vertiefen oder auffrischen möchten. Weiterbildung kann jedoch nicht nur Fachkompetenz verbessern – sie kann auch helfen, die eigene Resilienz zu stärken und Selbstfürsorge zu fördern. Im Berufsalltag erleben wir oft eine Diskrepanz zwischen dem eigenen beruflichen Anspruch und dem realistisch Machbaren. Um diese Kluft zu überbrücken, braucht es mehr als Fachwissen. Weiterbildung kann auch die Fähigkeit stärken, mit Stress umzugehen oder effektiv im Arbeitsalltag zu kommunizieren.
Aktuell bietet das ZWW zwölf mehrmonatige berufsbegleitende Zertifikatsprogramme in den Bereichen Soziale Arbeit und Pädagogik, Gesundheit sowie Führung und Management an. Folgende Programme stehen dabei zur Auswahl: Casemanagement, Ernährungspsychologie, Gemeinwesenarbeit, Leadership, Lean Management, Motivierende Gesprächsführung, Motivierende Gesprächsführung in der Kinder- und Jugendhilfe, Praxisanleitung Hebammen, Sachkunde Berufsbetreuer*in, Schuldnerberatung, Streetwork sowie Wohnungsnotfallhilfe. Neben diesen Zertifikatsprogrammen bietet das ZWW die beiden digitalen Weiterbildungsmöglichkeiten Sozialrecht für Case Management und (Zivil-)Rechtliche Grundlagen in der Sozialen Arbeit. Diese Online-Kurse können flexibel bearbeitet werden. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Tagesseminaren in den Bereichen Pädagogik und Führungskompetenz: Aufsichtspflicht und Haftung, Entspannungspädagogik, Führungskunst mit der Weisheit der Märchen, Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung, Kraftquellen im (pädagogischen) Alltag sowie die Seminarreihe Psychomotorik im pädagogischen Alltag.
Finanzierung
Neben steuerlichen Vorteilen und bundesweiten Programmen wie dem Aufstiegsstipendium, dem Bildungsgutschein der Arbeitsagentur oder dem Aufstiegs-BAföG gibt es auch länderspezifische Förderprogramme, die unter Begriffen wie QualiScheck, Bildungsscheck oder Weiterbildungsbonus bekannt sind. Die Förderhöhe und Zielgruppen unterscheiden sich je nach Bundesland – in Rheinland-Pfalz etwa ist eine Förderung über das Portal EurekaRLP Plus möglich. Ergänzend können Stipendien wie das Deutschlandstipendium sowie Studien- und Bildungskredite genutzt werden, die unabhängig vom Einkommen oder von Sicherheiten vergeben werden. Weitere Unterstützungsangebote richten sich an junge Fachkräfte, Soldat*innen oder Menschen mit Rehabilitationsbedarf. Bildungsfreistellung ermöglicht in vielen Bundesländern eine bezahlte Freistellung von der Arbeit für anerkannte Weiterbildungsmaßnahmen – allerdings mit teils erheblichen Unterschieden zwischen den Ländern: Während einige Bundesländer mehrere Tage Bildungsurlaub innerhalb eines bestimmten Zeitraums gewähren, besteht in anderen – wie Bayern oder Sachsen – kein gesetzlicher Anspruch. Voraussetzung dafür ist in jedem Fall die Anerkennung der Maßnahme im Bundesland des Arbeitsplatzes sowie die fristgerechte Antragstellung beim Arbeitgeber, meist mehrere Wochen vor Kursbeginn.
Jetzt für die Weiterbildungsprogramme im Jahr 2025 anmelden!
Interessierte und Teilnehmende können sich von den Ansprechpartnerinnen im ZWW zu allen Fragen und Anliegen beraten lassen.
Die Programme starten überwiegend im Herbst 2025, wenige beginnen dagegen schon im Mai 2025. Nutzen Sie das Beratungsangebot, um die nächsten Starttermine zu erfahren. Detaillierte Informationen zu den Weiterbildungsangeboten, zu den Finanzierungsmöglichkeiten sowie den Ansprechpartner*innen finden Sie hier auf der Website der Hochschule Fulda.
